Aufmerksame User bemerken, dass seit kurzem der Online Speicher von Google Docs auf 5 GB erweitert wurde (siehe Screenshot, den ich direkt aus meinem Account gemacht habe). Der Startschuss ist gefallen für den nächsten Cloud Speicherdienst vom Branchenriesen höchst persönlich. Aber welche schlagkräftigen Wettbewerbsvorteile hat Google gegenüber den Konkurrenten? Wie holt Google die bereits sehr etablierte Konkurrenz ein?
Update: 25.04.2012 -> Google hat den Dienst nun auf seinem Blog gelauncht.
iCloud hat die Apple Community
Wer ein Apple Gerät besitzt, der kann äusserst einfach und simpel die iCloud nutzen. Ich kenne diverse iPhone und iPad Benutzer, die der Einfachheit halber die iCloud nutzen – es ist zu schön und zu einfach um auf eine alternative Lösung zu setzen. Apple hat es geschafft, eine sehr schön integrierte Cloud-Lösung auf den Markt zu bringen und hat damit auf einen Schlag die gesamte Apple Community eingenommen.
Aber: Die Dominanz der iCloud reisst ausserhalb der Apple Community rapide ab. Ich kenne in der Tat niemanden, der die iCloud nutzt ohne mindestens eines oder mehrere Apple Geräte sein eigen zu nennen.
Dropbox hat Vorsprung
Mit über 50 Millionen Benutzern hat Dropbox einen grossen Vorsprung auf Google Drive. Die Lösung bietet übergreifenden Plattformzugriff und einfaches Handling. Die Vernetzung und Integration in Windows, Android, Linux und Mac ist geradezu fantastisch und ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. Arbeitsgruppen, die heute bereits mit Dropbox arbeiten, werden wohl nur träge migrieren.
Im Unterschied zu vielen anderen Kommentatoren sehe ich die Grösse des 2GB Gratisspeichers von Dropbox gegenüber Googles 5 GB nicht als Wettbewerbsvorteil. Ich bin überzeugt, dass Dropbox innert Kürze den Gratisspeicher auf 5 GB erhöht.
Aber: Dropbox bietet keinen Mehrwert wenn es um zusätzliche Dienste geht. Es gibt keine Textverarbeitung, keine Tabellenkalkulation, kein integriertes Mail-Programm. Der Dienst beschränkt sich ausschliesslich auf das Speichern und Zugreifen von Dateien.
Google punktet mit Integration in Google Dienste
Google hat ein enorm breites Netzwerk an Google Diensten. Allein auf Wikipedia findet man über 40 verschiedene Google Dienste, von denen einige hervorragend mit Google Drive zusammenspielen. Wer einen Google Account besitzt (und das sind enorm viele Leute), der hat automatisch auch Google Drive und das eng zusammenhängende Google Docs (Office Programme von Google).
Ich erachte die Vernetzung mit den Google Diensten als DEN Wettbewerbsvorteil für Google gegenüber seinen Konkurrenten. Google wird seine Macht der Vernetzung ausspielen und hat gute Karten um die Jagd nach Userdaten zu gewinnen.
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[...] Ergänzung meines Artikels über die Security bzw. den Datenschutz der Cloudanbieter – allen voran Google – habe [...]
In der Tat ist Google auf der Überholspur, wenn es um Cloud Lösungen im Business Umfeld geht. Ich selber kenne Unternehmen, welche z.B. Postini als Mailsecurity einsetzen, weil auf eine einfache Art und Weise der SPAM Schutz sowie die Mailarchivierung bei einem Unternehmen eingeführt werden kann. Für alle, die es nicht wissen – Postini (http://www.google.com/postini/index.html) ist ein Dienst von Google. Google schafft es so also relativ einfach einen Fuss in den Unternehmen drin zu haben. Mit der Integration zu den anderen Google Diensten werden sie ihre Macht beim Business Umfeld immer mehr ausbauen.
Es wird sich zeigen, wie viel Erfolg Google mit diesen Datenschutzbestimmungen in der Unternehmensweit haben wird
Sehr interessanter Beitrag, vor allem der Vergleich von Dropbox zu Google Drive. Ich Persönlich glaube, dass obwohl Dropbox keine Mail und Textverarbeitungstools zu verfügung stellt, diese das Rennen machen wird. Denn bei Dropbox hat man immer noch die Möglichkeit neue User einzuladen und somit zusätzlich 500 MB Speicher zu erhalten. Ausserdem sind für viele private Nutzer von Dropbox die ich kenne 2 GB Speicher völlig genug um Daten untereinander auszutauschen (sei es für ein Schulprojekt oder ähnliches). Ich nutze Dropbox schon sehr lange und habe mir Mittlerweile 16 GB Onlinespeicher gesichert.
Natürlich nutze ich auch die Google Tools öfters und bin froh darüber, dass auch Google seine Cloud erweitert hat, aber ich glaube nicht, dass Google Dropbox angreifen geschweige denn überholen kann. Denn abgesehen davon das Google keine Möglichkeit bietet den Speicher zu erweitern benötigt es für das Benutzen der Google Tools zwingend einen Google Account. Bei Dropbox hingegen kann man sich mit einer eigenen E-Mail Adresse anmelden und wird nicht dazu gezwungen eine neue E- Mail- Adresse zu erstellen.
Grüsse
ist eine interessante Ansicht – meiner Meinung nach wechseln die Wettbewerbsverhältnisse heute enorm schnell. Wer heute unangefochtener Leader ist, kann bereits morgen weg vom Fenster sein… ich bin auf alle Fälle gespannt.
An dieser Stelle möchte ich dem Blogschreiber danken, für all die spannenden Beiträge, die bereits zu lesen sind und freue mich bereits auf die Nächsten.
Weiter so!
Wie sieht es denn bei den Cloud-Anbietern mit der Sicherheit meiner Dateien (nicht der Daten … die sind ja offensichtlich zumindest bei Google vor gar nichts sicher).
Ich gehe davon aus, dass Backups und Redundanzen ausreichend vorhanden sind, aber kann ich mich auch darauf verlassen, dass meine Dateien unverändert und erhalten bleiben ?
Bei der Formulierung von Google verstehe ich das so, dass sogar meine Original-dateien nicht vor Veränderungen sicher sind … und was passiert, wenn der Anbieter sich überlegt, den Speicherplatz zu verkleinern oder ganz vom Markt verschwindet ?
Danke für den Kommentar, Herr Baumhaus
Betreffend Datensicherheit muss man aus meiner Sicht differenzieren zwischen den Public Cloud Anbietern (Dropbox, Google Drive, iCloud, …) und den Private Cloud Anbietern.
Alle Public Cloud Anbieter haben Backupmechanismen, ich würde aber auf jeden Fall immer noch eine lokale Sicherung machen. Ich habe es zwar nie in der Praxis nachvollzogen, vermute aber eine Restore-Aktion wäre bei Google Drive ziemlich kompliziert…
Bei den spezialisierten Private Cloud Anbietern hingegen, bezahlen Sie für eine sichere Backuplösung und können auch sicher sein, dass das im Ernstfall funktioniert.
Zu ihrer zweiten Frage kann ich nur sagen, dass die Google Richtlinien in der Tat solche Fragen aufwerfen, die wohl niemand so richtig schlüssig beantworten kann…
Der Dienst verspricht gegenüber seinen Konkurrenten wirklich einiges. Zu nennen sind da die über 30 Online-Dateiviewer, die gemeinsame Nutzung der Dokumente, die Versionsansicht und die Integration mit verschiedenen anderen Google-Applikationen, um nur einige zu nennen.
Die Kosten entsprechen in etwa den anderen Diensten, also weder Vor- noch Nachteil.
Für den Anwender sind jedoch vielmehr die rechtlichen Aspekte einer Dateispeicherung in der Cloud DAS Thema. Das muss sich jeder User genau überlegen, insbesondere wenn Firmen diese Dienste nutzen. In den aktuellen deutschen Nutzungsbedingungen steht wörtlich: “Wenn Sie Inhalte in unsere Dienste hochladen oder auf andere Art und Weise in diese einstellen, räumen Sie Google (und denen, mit denen wir zusammenarbeiten) das Recht ein, diese Inhalte weltweit zu verwenden, zu hosten, zu speichern, zu vervielfältigen, zu verändern, abgeleitete Werke daraus zu erstellen (einschließlich solcher, die aus Übersetzungen, Anpassungen oder anderen Änderungen resultieren, die wir vornehmen, damit Ihre Inhalte besser in unseren Diensten funktionieren), zu kommunizieren, zu veröffentlichen, öffentlich aufzuführen, öffentlich anzuzeigen und zu verteilen. ”
Mann lasse ich das einmal ganz langsam auf der Zunge vergehen. Also Google darf mit meinen privaten Daten einfach alles, ALLES.
Das geht man also mit all den Vorteilen einer Cloudlösung ein. Nur glaube ich, dass wir mit der Zeit einfach nicht mehr anders können, als diese Lösungen einzusetzen, ob wir wollen oder nicht.
Also ich würde hier die Diskussion sehr begrüssen.
Danke für den spannenden Beitrag!
Das ist in der Tat eine erschreckend offen formulierte Richtlinie… Ziemlich gruselig.
Aber Google steht für Offenheit, für Indizierung und Vernetzung – das ist wohl der Preis dafür.
Lieber Patrick
Ich bin ebenfalls eine unter tausenden Apple Nutzern und somit mehr oder minder mit dem Thema iCloud konfrontiert. Wenn ich mir jedoch überlege, benutze ich diesen Dienst völlig unbewusst (die einzelnen Geräte machen ja sozusagen alles mit sich selber aus).
In Bezug auf Google Drive kann ich mir gut Vorstellen, dass sie schon bald an Marktanteil gewinnen werden. Dies nicht nur weil sich eine Vielzahl von Diensten mit Google Drive verbinden lassen, sondern ganz einfach weil Google bereits schon heute in aller Munde ist und das mehrmals täglich! Ich würde sogar sagen, dass Google bereits schon einen gewissen Kult Faktor hat.
Aus diesem Grund ‘mal schauen, wie lange es geht, bis ich Google Drive ausprobieren werde
Herzlichen Dank für Deinen Kommentar!
Ja, ich denke auch, dass viele Apple User auf den Geschmack kommen könnten – denn: alle Apple User sind immer auch Google User…